17 März 2009

"Fußball kann so grausam sein" - Kapitel 2

Bye, Bye Duisburg

1981 passierte das Unglaubliche. Meine Eltern mußten aus beruflichen Gründen nach Aachen ziehen.
Und ich mußte natürlich mit.

Aachen! Was sollte ich da nur machen? Wie sollte ich als 15jähriger nun die MSV Spiele besuchen? Fragen über Fragen.
Ich stellte mir vor das ich das schon irgendwie hinbekommen würde. Aber denkste. Alles veränderte sich.

Die Schule in Aachen war ganz anders als in DU. Viel mehr lernen war angesagt. Und ich als Großstadtmuckel hatte nicht unbedingt ein leichtes Spiel bei den sturen Öchern.
Es war kein leichtes Unterfangen.
Und dabei blieb der MSV in der Saison 1981/82 auf der Strecke. Insgesamt schaffte ich es nur zu 3 Spielen. Im Nachhinein ja gar nicht so schlimm, denn der MSV bekleckerte sich in dieser Spielzeit nicht eben mit Ruhm und stieg in Liga 2 ab.
Das Gründungsmitglied der Bundesliga verabschiedete sich mit einer desolaten Vorstellung. Ganze 19 Punkte wurden in der ganzen Saison ergattert. Und das Torverhältnis mit 40:77 Toren spottet jeder Beschreibung.

Mein Umzug hatte den MSV wohl sehr stark getroffen. Mehr als ich erwartet hatte.

Aber auch ich war schwer angeschlagen. Einen Abstieg der Zebras hatte ich mir niemals vorstellen können.
Und auch mein Abstieg in der Saison 1981/82 war beschlossene Sache. Ich durfte die 10.Klasse wiederholen. Wie passend.
Und natürlich wurde dem Wiederholen der 10.Klasse in der Familie starke Aufmerksamkeit geschenkt.
Im Schuljahr 1982/83 schaffte ich es zu keinem Spiel nach Duisburg. Und sogar den Zweitligaauftritt der Zebras in Aachen durfte ich mir nicht anschauen. Das war hart!
Das Radio war wieder mein liebster Freund. Manni Breukmann und Co mußten mich über die Spielverläufe auf dem aktuellen Stand halten. Es war ein ganz hartes Jahr.

Wenigstens schaffte ich es einmal zu einem Heimspiel der Aachener. Heimlich. Ich war natürlich unterwegs um bei Freunden zu lernen. Aber, ganz ehrlich, der Tivoli konnte mir keine rechte Befriedigung bereiten. Das war nicht meine Welt. Und vor allem: Das war nicht der Schlag Leute die ich so mag. Der Ruhrpott ist doch anders.

Doch immerhin schaffte ich die 10.Klasse. Ein beruhigendes Gefühl. Verbunden mit der Hoffnung auf ein Lösen meiner Fesseln.

Die Saison 1983/84 bescherte mir dann endlich wieder Besuche in der Wedau.
Immerhin zu 4 Heimspielen schaffte ich es. Und auch auswärts war ich wieder unterwegs. Oberhausen, Köln, Essen, Solingen und natürlich Aachen. Es war spitze.
Und natürlich machte es mehr Spaß als jemals zuvor.
Nach den Spielen blieb ich meist das ganze Wochenende in Duisburg bei Oma oder meinen Neudorfer Kollegen.
Es wurde gefeiert und wir hatten Fun, Fun, Fun.

Und auch der MSV schlug sich wacker. Es wurde eine tolle Saison und am Ende standen die Zebras auf Platz 3 der Tabelle. Die Relegation zur 1.Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt wurde erreicht.
Das sollte doch zu packen sein! Aber leider erwischten die Zebras im ersten Spiel einen dermaßen schlechten Tag das Frankfurt im Wedaustadion mit 5:0 gewann. Ja, wirklich mit 5:0.
Das Rückspiel endete 1:1. Die Zebras durften also auch im kommenden Jahr in Liga 2 rumkrepeln. Erschreckend.

Das schlug in Duisburg mächtig auf die Euphoriebremse.
1984/85 bescherte den Zebras nur einen Mittelfeldplatz. Der Aufstieg war in weite Ferne gerückt.

Und das darauffolgende Jahr brach einem MSV Fan dann endgültig das Genick.
Am Ende der Saison 1985/86 stand der Abstieg aus Liga 2. Ein Abstieg mit satten 15 Punkten auf dem Pluskonto.
Ein Abstieg mit Niederlagen die nicht mehr zu beschreiben sind.
Auch ich mußte bei so mancher Heimniederlage kräftig schlucken. Der Besuch von Heimspielen mutierte zu einer Selbstbestrafung. Es war nicht zu glauben.

Die schlimmste Niederlage des Jahres erlitt ich jedoch beim Auftritt der Zebras im DFB-Pokal in Aachen.
Im Gästeblock herrschte gute Stimmung und die Zebras zeigten auf dem Platz eine mehr als ordentliche Leistung.
Mit 3:0 (Oder war es 2:0 und dann 3:1?)lagen wir schon vorne. Doch dann geschah das Unglaubliche: Aachen drehte das Spiel und gewann nach Verlängerung noch mit 4:3.
Nach dem 3:3 hatte ich mich schon gar nicht mehr im Gästeblock aufgehalten, sondern ging ganz ruhig auf Toilette und stellte mich anschließend an den Bierstand um ganz in Ruhe ein paar Bierchen zu zischen. Die Niederlage war mir nach dem 3:3 Ausgleich schon mehr als klar.
Was danach in der Schule los war ist ja wohl jedem klar. Spott, Spott, Spott. Es waren schwere Wochen für einen Duisburger in Aachen.

Immerhin schaffte ich im Sommer 1986 mein Abitur. Endlich hatte ich mich gegen die Zebras durchgesetzt und mußte nicht noch einmal in Klasse 13 absteigen und diese wiederholen.

Im Sommer trat ich dann auch meinen Wehrdienst in Achim bei Bremen und später in Oldenburg/Oldbg.an.
Von dort aus schaffte ich es nur zu 3 Spielen in der Oberliga Saison 1986/87. Mehr war einfach nicht drin.
Für viele andere Zuschauer war anscheinend auch nicht viel mehr drin, denn der Zuschauerschnitt in dieser Saison war nicht gerade überragend.
Die Zebras hielten gut mit und wurden am Ende der Saison Zweiter. Zuwenig für die Aufstiegsrunde. Ein weiteres Oberligajahr war beschlossene Sache.
Einziger Lichtblick war der Gewinn der Deutschen Amateurmeisterschaft gegen die Amateure von Bayern München. Endlich hatte der MSV Wimpel einen einigermaßen schönen Eintrag auf seinem Wimpel.
Deutscher Vizemeister 1964 konnte abgelöst werden.

Das Spieljahr 1987/88 bescherte uns endlich einen Durchmarsch durch die Oberliga. Mit 52 Pluspunkten erlangten wir die heiß ersehnte Aufstiegsrunde zur 2.Bundesliga.
Da ich wieder in Aachen verweilte – mein Studium hatte begonnen – besuchte ich etliche Oberligaspiele und war natürlich ganz heiß auf die Aufstiegsrunde.
Die Gegner in der Aufstiegsrunde waren Braunschweig, Hertha BSC Berlin, Preußen Münster und der VfL Wolfsburg.
Eine erlesene Gemeinschaft.
Die Heimspiele besuchte ich allesamt. Ebenso fuhr ich nach Braunschweig und Münster.

Unvergessen bleibt mir der 6:1 Heimsieg gegen Hertha BSC Berlin. Ein Fußballfest!
Es herrschte eine Stimmung im Wedaustadion wie schon lange nicht mehr. Und nach dem Spiel feierten wir bis in die frühen Morgenstunden.
Einem meiner Neudorfer Kollegen wird dieses Spiel auch noch lange im Gedächtnis bleiben.
Denn auf dem Heimweg durchquerten wir den Hauptbahnhof und er schnappte sich einen Gepäckwagen um diesen vor sich herzuschieben. Leider waren wir aber allesamt so betüddelt das irgendwann seine Beine den Dienst versagten und er den Gepäckwagen nur noch mit dem Oberkörper weiter schob. Was folgte war ein Hinfallen in Zeitlupe mit dem Ergebnis das er sich einen Finger in diesem Gepäckwagen einklemmte. Eine schmerzhafte Angelegenheit. Trotzdem hatten wir alle unseren Spaß und gingen erst einmal in unsere Neudorfer Bleibe.
Dort wuchs dann im Laufe der Zeit der Gedanke das man den Finger behandeln müsse, denn dieser schwoll mehr und mehr an.
Als Arzt stellte ich mich zur Verfügung. Mein Operationsbesteck waren eine Nadel, ein Feuerzeug und etwas Schnaps mit ordentlich Umdrehungen.
Die Nadel wurde gut erhitzt, mit dem Schnaps abgelöscht und dann einmal durch den Finger gerammt.
Punktion für Anfänger. Doch es half. Flüssigkeit trat aus und der Finger schwoll ab. Die Operation war geglückt.
Es hätte wer weiß was passieren können, aber wer denkt in solch einem Moment schon ordentlich nach!

Die Aufstiegsrunde indes verlief durchwachsen. Zuhause wurden bis auf das Spiel gegen Münster (2:2) alle Spiele gewonnen. Doch auswärts bekleckerten wir uns nicht mit Ruhm. In Berlin gingen wir mit 3:0 und in Münster mit 4:1 unter.
Münster schmerzte doppelt denn mit einem Sieg hätten wir den Aufstieg wahrscheinlich geschafft. So wurde es leider nichts.

Die folgende Spielzeit wurde souverän absolviert. 60 Pluspunkte und 97 erzielte Tore sprechen für sich. Die Saison 1988/89 wurde im Vorbeigehen abgehakt und die Aufstiegsrunde erreicht.

Die Aufstiegsrunde hatte eine ungewöhnliche Konstellation. Wie im Vorjahr ging es auch in dieser Runde gegen Preußen Münster. Doch ergänzt wurde die Aufstiegsrunde durch Göttingen 05, die Reinickendorfer Füchse und den TSV Havelse.
Auch diese Aufstiegsrunde machte ich Daheim komplett mit. Auswärts langte es diesmal jedoch nur zu unserem Spiel in Göttingen.
Im Wedaustadion wurde nur gegen Münster verloren. Alle anderen Spiele wurden gewonnen. Münster liegt uns irgendwie so gar nicht.
In dieser Aufstiegsrunde verloren wir aber auswärts kein einziges Spiel und schafften somit den Aufstieg in Liga 2.

Göttingen wird mir hierbei ewig in Erinnerung bleiben. Ein Klasse Support der mitgereisten MSV Fans. Wie zu besten Zeiten. Und das in einem Stadion in dem der Gästestehplatz eine ansteigende Wiese war.
Und natürlich bleibt auch die Pressekonferenz nach dem Spiel in Erinnerung. In dieser wurde Trainer Pirsig damit konfrontiert das sich die Duisburger Fans ungebührlich im Stadion verhalten hatten. Sie waren auf Zäune geklettert, hatten Raketen gezündet und auch sonst nur Dusseligkeiten gemacht.
Pirsig machte der versammelten Göttinger Gemeinde erst einmal klar das sie es hier mit Großstadt Fans zu tun hatten, die nicht unbedingt nur stumm rumstehen und das Spiel über sich ergehen lassen. Ein klasse Auftritt von Detlef Pirsig.

Im Folgejahr spielte der MSV eine durchwachsene Saison. Mehr als Mittelmaß war nicht drin. Doch immerhin schaffte der MSV sich zu etablieren und landete letztendlich im Mittelfeld.
Endlich ging es in dieser Spielzeit auch einmal im DFB-Pokal bis ins Viertelfinale.
Und dort wartete Kickers Offenbach. Das schien machbar.
Leider vermasselten die Zebras sich den Traum vom Halbfinale im Wiederholungsspiel im Wedaustadion.
Das war ein herber Rückschlag. Leider!

1990/91 machte der MSV das Unmögliche möglich und erreichte den Aufstieg in die Bundesliga.
Eine grandiose Saison! Mit einem einzigartigen Michael Tönnies.
Mann, was war ich wieder stolz auf meine Mannschaft. Kein Heimspiel wurde verpaßt und auch auswärts war ich sehr oft anzutreffen.
Die Zebras machten wieder Spaß und ich war mittendrin.
Die Fahrten von Aachen zum MSV gingen immer lockerer von der Hand.
Ist ja auch eine ganz ruhige Fahrt, wäre das Neusser Dreieck nicht!
Und wenn es mit dem Zug nach Duisburg ging wurde schon auf der Hinfahrt ordentlich gefeiert.
Und als dann am Ende der Saison der Aufstieg fest stand wuchs auch in uns der Wunsch etwas zu machen was wir bis jetzt noch nie gemacht hatten: Eine Dauerkarte für die nächste Saison sollte her.
Und so geschah es.
Die Bundesligasaison 1991/92 wurde mit einer Dauerkarte erlebt. Hätte ich vorher gewußt wie die Saison endet, hätte ich mir die Dauerkarte verkniffen.
Es kam wie es kommen mußte – Der MSV stieg wieder ab.
Lag es an der Dauerkarte? Wir waren uns da nicht einig. Ich hatte so ein komisches Gefühl!

Die nächsten Jahre erlebte ich dann im wahrsten Sinne ein auf und ab.
Aufstieg in Liga 1, Abstiege in die 2.Liga. Und so weiter und so fort.
Mit den Zebras wurde es nie langweilig. Doch leider mußte ich mich aus beruflichen Gründen langsam aus dem Fangehabe zurückziehen.

Nur die Saison 1997/98, welche mit dem Pokalfinale in Berlin endete machte ich nahezu komplett mit.
Eine tolle Spielzeit, der leider nicht die Krone aufgesetzt wurde. - Noch einmal DANKE dafür an Super Mario und die anderen Lederhosen.

Und natürlich machte ich in der Saison 1998/99 noch unseren Europacup Auftritt mit.
Doch dazu kommen wir später noch.
Ansonsten blieb ich mehr und mehr arbeitsbedingt dem Fußball fern.
Und nachdem ich dann 2001 nach Berlin umzog mußte ich meine Stadionbesuche fast gänzlich einstellen.
Natürlich wurde der MSV bei etwaigen Spielen in Berlin, Babelsberg, Cottbus oder Dresden von mir unterstützt. Doch nach Duisburg selber kam ich gar nicht mehr. Das Wedaustadion oder später die MSV Arena sahen mich im Prinzip überhaupt nicht. Der Fußball blieb auf der Strecke. Mir blieb nur noch das Pay-TV oder DSF um ab und an mal was von den Zebras zu sehen.

Das Leben hatte sich verändert. Und mein Leben als Fan blieb dabei auf der Strecke.
So ist es bis heute. Mein Herz gehört noch immer dem MSV. Doch leider sehe ich meine große Liebe kaum noch. Wir führen eine Fernbeziehung und sehen uns nur selten.



Bis denne
Dirk

15 März 2009

"Fußball kann so grausam sein" - Kapitel 1

Der erste Kontakt

Wie erwähnt war jener Freitag Abend der erste Kontakt zum MSV. Danach wollte ich kein Spiel mehr missen.
Und so kam es das einer meiner Onkel immer in den Genuß kam mich zum Fußball mitzunehmen.

Natürlich in den ersten Jahren nur zu Heimspielen – denn Vattern war der Meinung das Fußball nicht unbedingt alles im Leben ist. Dennoch wurde die Leidenschaft immer größer.
Es wurde gesammelt was immer man über die Zebras finden konnte: Sticker, Zeitungsausschnitte, Panini Bilder, Autogramme, Programmhefte, Eintrittskarten, und, und, und. Ein Hobby das einen vollkommen ausfüllt. Natürlich durften auch Trikots, Schals und Caps nicht fehlen. Ein Sammelsurium sondergleichen.

Das Wedaustadion wurde meine zweite Heimat. „Der Dicke“ Linders, „Flieger“ Heinze, „Bobbel“ Büssers, „Enatz“ Dietz, Rudi Seliger, Ronny Worm, Kees Bregmann, ja, die ganze Mannschaft wuchs mir so ans Herz das ich schon bald mit den Heimspielen nicht mehr ruhig zu stellen war.

Der Auswärtskick mußte her. Und dieser sollte in der Saison 1979/80 folgen. Die Saison nach dem grandiosen UEFA Cup Auftritt.

Und so geschah es das mein Onkel Didi im
Einklang mit meinem Onkel Wolfgang mich unter den Arm nahmen und zu meinem ersten Auswärtsspiel nach Mönchengladbach verfrachteten. WOW!!!
Anstoß 15.30 Uhr. Ankunft im Stadion: 13.30 Uhr. Der MSV kam als Tabellenführer nach Gladbach mit einem Thomas Kempe als neuem Starspieler.
Wir standen im Gästeblock als die MSV Spieler, noch in Ihren Trainingsanzügen, den Bökelberg betraten. Alle mit einem Stadionprogramm in der Hand.
Thomas Kempe kam mir seinerzeit ziemlich arrogant und hochnäsig vor. Kein großartiger Gruß in die eigene Fankurve, kein gar nichts.
Die Hände locker in den Trainingsanzugtaschen vergraben und ab ging es nach dem kurzen Intermezzo auf dem Rasen in die Katakomben.

Was folgte war einfach unglaublich. Mein erstes Auswärtsspiel endete in einer absoluten Katastrophe. Die Zebras wurden vorgeführt. Nicht der Hauch einer Siegchance lag in der Luft. Gladbach gab uns einen Kick in den Allerwertesten und schickte uns mit 6:0 zurück Richtung DU.
Ein Spiel das ich niemals vergessen werde!
Was folgte war Ernüchterung! Wie sollte man mit solch einer Klatsche umgehen? Egal! Augen zu und durch.
Die Heimspiele wurden weiter fleißig besucht, doch auswärts wurde ich nicht mehr mitgenommen.
Mir haftete wahrscheinlich ein gewisses Loser Image an.

Aber auch so machte es Spaß.
Zu Heimspielen nahm Didi mich immer mit in die Südkurve,
während mein Onkel Wolfgang mich meist, ohne Bezahlung, auf die Haupttribüne schmuggelte.
Südkurve war natürlich genial.Aber von der Haupttribüne war die Sicht besser. Beides hatte irgendwie seinen Reiz.

Freitag Abend Spiele waren das Erlebnis schlechthin. Immer gut besucht und mit einem unglaublichem Flair behaftet. Das war Fußball pur!

Rückblickend war jedoch die Saison 1978/79 mein Jahr. Mittlerweile war ich 13 und meine Eltern erlaubten mir alleine ins Stadion zu gehen. (Noch einmal Danke dafür!)
Schaffte ich es nicht ins Stadion wurde das Radio eingeschaltet. WDR 2 – Sport und Musik. Die einzig wahre Bundesliga Konferenz.

Die Bundesliga Schlußkonferenz schaffte es regelmäßig mich aus meinen Siegesträumen zu reißen. Ich bibberte vor dem Radio und bearbeitete regelmäßig meine Fingernägel. Es war irgendwie immer zu spannend.
Doch auf die Dauer ist Fußball im Radio nicht unbedingt alles.


Die Saison 1978/79 war auch die Saison in der der MSV phänomenal im UEFA Cup spielte.
Ich war auf einem Höhenflug! Posen, Jena, Straßburg und Budapest wurden abgefertigt. Das Halbfinale gegen Mönchengladbach stand an. Leider, wie immer gegen Gladbach, bekleckerten wir uns im Hinspiel in der Wedau nicht mit Ruhm und spielten nur 2:2.
Im Rückspiel mußte also alles riskiert werden. Ein 1:0 Sieg würde ja schon reichen. Doch leider gingen wir auf dem Bökelberg mit 4:1 unter. Der Bökelberg – mein Trauma.
Tiefe Depression brach über mich herein.

Seit nunmehr 7 Jahren ging ich regelmäßig zum MSV. Doch das Ausscheiden im UEFA Cup im April 1979 traf mich unvorbereitet und plötzlich. Noch nicht einmal die Jungs an unserer Trinkhalle in der Königgrätzer Straße konnten mich aufmuntern. Schlimm!!! Aber den Jungs war der MSV mehr oder minder eh egal. Für sie zählte nur Duisburg 08.

Ich hatte viele Niederlagen erlebt. Aber in der Liga zu verlieren ist etwas anderes als im Halbfinale des UEFA Cups auszuscheiden.
Doch das Leben ging weiter. Und mittlerweile besuchte ich nahezu jedes Heimspiel der Zebras.
Es wurde viel Spaß gemacht, es wurde supported, es war einfach nur spitze.

Erst später bei meinen ersten Auswärtsspielen erlebte ich den größeren Kick. Mit der Bahn zu den Auswärtsspielen in Schalke und auch nach Dortmund, ja das waren Erlebnisse.

Die Schule wurde mit Ach und Krach erledigt. Doch im Prinzip lebte man nur noch für das Treffen mit den „Jungs“ und die Ausflüge zu etlichen MSV Spielen.
Auch das MSV Clubhaus an der Westender Straße wurde zu einem bevorzugten Treffpunkt für uns.
Nicht nur weil man dort des öfteren auf Spieler des MSV traf, sondern auch weil dort ein verdammt guter Flipper stand!

Das Leben war schön!!! Doch dann wurde alles ganz anders!


Bis denne
Dirk

"Fußball kann so grausam sein" - Vorwort

Es gibt immer ein erstes Mal. Auch im Leben eines Fußballfans.
In meinem Fall war es mein Onkel der mich als Stöpsel von 6 Jahren mit ins Wedaustadion nahm.

Es war ein kalter Freitag Abend und meiner Erinnerung nach ging es seinerzeit gegen Stuttgart. Wir hatten Karten für die Südkurve da mein Onkel sich dort immer mit seinen Arbeitskollegen traf. Im Prinzip befanden wir uns also in Gesellschaft der gegnerischen Fans. Dennoch war der erste Eindruck des Stadions und der Atmosphäre einfach nur genial.

Das prägt!

Ab diesem Tag gab es kein zurück mehr. Ab diesem Tag war ich ein Zebra und bin es bis heute.Ich bin mit diesem Verein durch alle Höhen und Tiefen gegangen. (Die Tiefen überwiegen hierbei!) Ich habe mich gefreut, ich habe gezittert und ich habe den MSV hundertfach verflucht. Doch ich bin noch immer da.
Umzüge durch halb Deutschland haben mich nicht daran gehindert die Zebras zu unterstützen. Und ich glaube mein Herz wird immer an diesem Verein hängen.

Sympathien für andere Vereine? Ja, auch die gab (und gibt) es bei mir. Aber auch hier nur für den FC St. Pauli. Diese Sympathie besteht bis heute und wird es auch bleiben.

Viel Spaß bei der Lektüre des Buches!


Bis denne
Dirk

11 März 2009

Der MSV

Tja, jetzt ist es also wieder einmal soweit. Ich muß mich über die Zebras äußern.

Unter Trainer Neururer haben die Jungs wirklich etwas geschafft was Ihnen niemand mehr zugetraut hätte: Sie greifen die Aufstiegsplätze an!

Eine Mannschaft mit sooooooo vielen unbekannten Namen greift wirklich an.
Das ist schon beachtlich.
Aber in diesem Jahr ist meine Einstellung ein wenig anders. Ich möchte gar nicht das die Jungs aufsteigen!!!

Sportlich gesehen wäre ein weiteres Jahr 2.BL wohl angebracht. In Liga 1 würde die Mannschaft sang- und klanglos eingehen. Und großartige Verstärkungen werden wohl kaum den Weg nach Duisburg finden.
Also bitte noch ein Jahr 2.Liga. Für mich! Bitte!!!

Und noch eine Bitte: Laßt bitte Union Berlin den Aufstieg in Liga 2 schaffen. Dann könnte ich die Zebras nächstes Jahr in der "Neuen Försterei" sehen und müßte bei einem Aufstieg der Zebras nicht in dieses grottige Berliner Olympiastadion!

Vielen Dank im voraus!


Bis denne
Dirk

07 März 2009

Radiowerbung

Gestern Abend mußte ich nach Berlin. Junior, 6 Jahre alt, saß mit im Auto. Im Radio lief StarFM.
Es war 19.45 Uhr. Die Nachrichten liefen im Radio. Anschließend Wetter und Verkehr. Und dann passierte es:

Ich weiß nicht mehr ob das Wetter oder der Verkehr (bei der Werbung wahrscheinlich der Verkehr!) einen Sponsor hatte. Doch dieser Sponsor hat es in sich.

dildo-king.de

In etwa lautete das Ganze so:

"... wurde gesponsort von dildo-king.de. Ihrem Partner für Sexspielzeuge. mit über was weiß ich wievielen Artikeln."

Kurz danach begann es:

"Papa, was ist denn ein Dildo-King?"
"Das ist nur ein Name."
" Papa, was ist denn ein Sexspielzeug?"
"Das ist nur etwas für Erwachsene!"

Tja, und dies ist nur ein kleiner Dialog. Das Frage- und Antwortspiel dauerte noch eine ganze Weile. Der Dildo-King hat wohl seine Wirkung bei Junior nicht verfehlt. Bei mir natürlich auch nicht. Denn ich kann mich nicht mehr erinnern wann ich mir das letzte Mal soviele Gedanken über einen Werbespot gemacht habe. Oder besser, machen mußte!

Tja, da hat mich die Werbung auf StarFM echt Nerven gekostet.
Fährt Junior demnächst noch einmal Abends mit werde ich wohl auf diesen Radiosender verzichten. Dann wird mich wohl wieder Radio Teddy begleiten.


Bis denne

Dirk